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Da war ein Singen, ein helles Klingen - das hat uns alle froh gemacht!

2014-03-23 12:34

„Innsbruck, ich muss dich lassen" - Beate Dickhut, du Tirol-Begeisterte, wir müssen dich lassen! Beim Bergwandern mit der Familie, oft auch mit lieben Freunden aus unserer Kirchengemeinde, hat sich die nun in den Ruhestand gehende Leiterin unserer Kindertagesstätte immer wieder gern von ihrer verantwortungsvollen Berufstätigkeit erholt.


Ohne es an die große Glocke zu hängen, hat sie sich durch Aufnahmegespräche, Mitarbeiterrunden, Caritaskonferenzen, Elternversammlungen, Zuschuss- und Beitragsberechnungen, Bildungsprogramme, Gütesiegel und Gesetzesänderungen voran gekämpft mit dem Ergebnis, dass die von ihr geführte Einrichtung nachweislich zu den besten und beliebtesten Kindertagesstätten in der Millionenstadt Berlin gehört. Eine großartige Lebensleistung! Die wesentlich von ihr initiierte Festschrift zur 100-Jahr-Feier 2007 unserer Kita legt ein beredtes Zeugnis ab für das mit den Mitarbeiterinnen entwickelte Leitbild der Einrichtung „Bei uns berühren sich Himmel und Erde".


Frau Dickhuts musikalisches Können und Wirken hat weit über ihre beruflichen Pflichten hinaus die ihr anvertrauten Kinder und die ganze Gemeinde überreich beschenkt. Ihre mit sehr viel Kreativität, Können und Liebe eingeübten und aufgeführten Kindermusicals, Sing- und Krippenspiele füllten stets Kirche, Pfarrsaal oder Pfarrwiese bis auf den letzten Platz und wurden mit tosendem Beifall bedacht. Ihr rastloses Organisationstalent bescherte der Gemeinde rauschende Faschings- und Sommerfeste - es ist hier kein Platz, alles in dankbare und bewundernde Worte zu fassen.


Über drei Wahlperioden Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, steuerte sie das Gremium mit sicherer Hand. Fest auf dem Grund des II. Vatikanischen Konzils verstand sie es, temporäre Aufgeregtheiten der „Bewahrer" und „Reformer" konstruktiv zu kanalisieren und die Einmütigkeit der Gemeinde nicht verloren gehen zu lassen. Drei Eigenschaften ihrer Persönlichkeit ragen heraus, und ich habe sie „am eigenen Leibe" als Kita-Vater und -Großvater, als Gremienvertreter und Gottesdienstbesucher erfahren.


Sie war eine Meisterin im Provozieren, im besten Sinne des lateinischen Wortes provocare: hervorrufen, herauslocken. Aus Kindern, Eltern und Gemeindemitgliedern lockte sie deren beste Begabungen heraus und machte sie zum Wohl eines aktiven Gemeindelebens fruchtbar, sei es das Können derjenigen, die ein Instrument beherrschten einschließlich des wertvollsten Instruments, der menschlichen Stimme, seien es schauspielerische, gestalterische oder schriftstellerische Talente.

 

Das zweite ist ihre natürliche Autorität: wohl niemand konnte nein sagen, wenn sie einen Wunsch für das gute Gelingen eines Gemeinschaftsereignisses vortrug, und sie hatte die Menschenkenntnis, stets die Richtigen für solche Aufgaben zu aktivieren. Und das dritte ist ihre unerschütterliche Liebe zu den Kindern: Gemütswallungen unserer gelegentlich „beratungsresistenten" Kleinen hatten vor ihrem Lächeln keinen Bestand und wurden von ihr einfach hinweg geliebt - ein Charisma, das ihr in Fülle geschenkt ist.


Liebe Frau Dickhut, liebe Beate, wir danken dir, dass du dich so wunderbar mit all deinen Fähigkeiten und Fertigkeiten an uns verschenkt hast, und wir, die wir mit dir ein Stück Gemeindeleben gemeinsam gegangen sind und deinem Krippenspiel lauschen durften, werden dich nie vergessen, denn „da war im Dunkeln ein helles Funkeln, da war ein Leuchten in der Nacht, da war ein Singen, ein helles Klingen - das hat uns alle froh gemacht!"

Dr. Thomas Raus

 

Quelle: Pfarrnachrichten Maria Rosenkranzkönigin, Ausgabe März 2014.

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